Durch die verlässliche Anknüpfung der Bezugspersonen, die eng im Team zusammenarbeiten, gelingt es uns alle Kinder und ihre Belange im Blick zu haben. Die Klassenteams werden zusätzlich durch Lehrer*innen und Erzieher*innen mit besonderen Qualifikationen ergänzt, sodass wir u.A. besondere Förderung und Angebote im Bereich Sprachbildung (Willkommensklassen), Lese-Rechtschreibförderung, Rechenschwäche und Psychomotorik machen können.

Die Abkürzung JüL bedeutet Jahrgangsübergreifendes Lernen.

Langjährige Erfahrung

Seit 2007 unterrichten wir an der Hans-Fallada-Schule die Klassen 1 bis 3 altersgemischt. Anders als in anderen Schulen haben wir JüL bei uns nicht gezwungenermaßen eingeführt. Wir sind der festen Überzeugung, dass die Jahrgangsmischung eine wesentliche Grundlage ist, um auf die individuellen Lernbedürfnisse und Lernerfahrungen der Kinder einzugehen. Wir haben uns für die Mischung von 3 Jahrgangsstufen entschieden (statt wie meistens üblich JüL 1,2) weil die Kinder dabei länger in einer Gruppe zusammenbleiben und nicht nach nur einem Jahr die Hälfte der Kinder die Klasse schon wieder verlassen, weil es weniger Konkurrenz gibt und weil die älteren Drittklässler*innen sehr gerne und verantwortungsbewusst Patenschaften für die neuen Erstklässler*innen übernehmen.

Nutzen für die Kinder

Wir haben zurzeit 9 JüL-Klassen, die von einem festen Lehrer*innen- und Erzieher*innen-Team geleitet werden. Die Klassen setzen sich jeweils zu etwa einem Drittel aus Sonnen (1. Klasse), Monden (2. Klasse) und Sternen (3. Klasse) zusammen. Ab der Jahrgangsstufe 4 werden die Kinder bei uns in Jahrgangsklassen (4., 5. und 6. Klasse) unterrichtet. Die Schüler*innen bleiben normalerweise drei, manchmal aber auch zwei oder vier Jahre in ihrer JüL-Klasse. Leistungsstarke Kinder können problemlos den Stoff der höheren Klassenstufe ausprobieren und feststellen, ob sie diesen Stoff auch wirklich bewältigen. So ist ein Überspringen einer Klassenstufe möglich, ohne dass die Klasse gewechselt werden muss. Ebenso kann ein Kind ein viertes Jahr in seiner JüL-Klasse bleiben, also sich den Unterrichtsstoff von drei Jahren in vier Jahren aneignen, ohne die Klasse verlassen zu müssen. Darüber, ob ein Kind ein viertes Jahr in der JüL-Klasse verweilt, wird oft erst kurz vor dem Wechsel in die 4. Klasse entschieden. Bis dahin kann das Kind in Ruhe seinem individuellen Lernweg folgen. Kein Kind ist mehr immer das leistungsstärkste, kein Kind ist immer das leistungsschwächste. Jedes Kind, auch ein leistungsschwaches Kind, erlebt, dass es Lernfortschritte macht und schon mehr weiß als andere Kinder. Kein Kind muss sich mehr langweilen, weil es schon mehr weiß als andere Kinder in seiner Altersstufe.

Gut geplanter und organisierter Unterricht

Jahrgangsübergreifendes Lernen braucht einen qualitativ hochwertigen Unterricht. Der Unterricht muss so gestaltet sein, dass Kinder aller Altersstufen auf ihrem Niveau an einem Thema arbeiten können. Es wird also wenig mit vorgefertigten Materialien gearbeitet, die Kinder bekommen nicht einfach nur einen Arbeitsbogen, den sie ausfüllen müssen. Das bedeutet für die Lehrpersonen ein genaues Beobachten der Kinder, sie müssen Lernvoraussetzungen erkennen und herausfinden, warum bei einem Kind ein Lernprozess ins Stocken geraten ist. Durch eine daraus entstehende geeignete Förderung haben die Kinder durch das gemeinsame Lernen von älteren und jüngeren Kindern einen größeren Spielraum, ihren individuellen Lernweg zu finden.

Positives, wertschätzendes Lernklima

Beim jahrgangsübergreifenden Lernen steht nicht die Konkurrenz im Mittelpunkt, sondern die gegenseitige Anerkennung. Wenn Sechsjährige und Neunjährige gemeinsam lernen steht automatisch der persönliche Lernfortschritt eines Kindes im Vordergrund und nicht die Leistungsvergleiche untereinander.

Neugierig geworden?

Dann sind Sie herzlich eingeladen, sich den alltäglichen Unterricht in einer JüL-Klasse einmal selbst anzuschauen, um sich selbst ein Urteil bilden zu können. Bitte vereinbaren Sie über das Sekretariat einen Termin mit uns. (Telefon 6322 5067-0)